Das Baugeld ist preiswert wie nie. Dennoch lässt sich grade jetzt nicht gänzlich unbeschwert eine Immobilie finanzieren.
Wer mit den derzeit geringen Darlehenszinsen startet, muss nach Ablauf der ersten Zinsbindungsfrist – diese endet in aller Regel nach 10 oder 15 Jahren – mit deutlich höheren Zinsen rechnen. Dann kann es sich übel rächen, wenn in dieser Zeit nur wenig getilgt worden ist und ein großer
Restbetrag weiterhin finanziert werden muss.
Grade bei den üblichen Annuitätendarlehen mit konstanten Rückzahlungsbeträgen hat der Zinssatz Einfluss auf die Tilgungszeit. Weil mit jeder Zahlung an die Bank ein kleiner Teil der Schulden getilgt wird und der Anteil der auf die Restschulden zu zahlenden Zinsen sinkt nimmt der Tilgungsanteil stetig zu, da die monatliche Rate gleich bleibt.
Je höher der Zinssatz dabei ist, desto schneller steigt der Tilgungsanteil bei einer gleichbleibenden Ratenhöhe. In diesem Fall ist die Monatsrate zwar vergleichsweise hoch, der Tilgungsanteil innerhalb der fixen Monatsrate steigt jedoch schneller – die Schuld ist früher bezahlt.
So wäre bei einer anfänglichen jährlichen Tilgung von 1% ein mit 7 % verzinstes Darlehen in ca. 30 Jahren vollständig beglichen, während bei gleichem anfänglichen Tilgungsanteil und nur 3,5% Zins die Laufzeit ganze 43 Jahre beträgt.
In Zeiten geringer Darlehenszinsen sollte eine möglichst hohe anfängliche Tilgungsrate gewählt werden, um nicht nach der ersten Zinsbindungsfrist mit den monatlichen Raten überfordert zu sein.
Auch wird es den Verbrauchern wegen einer
Änderung der Preisangabenverordnung nicht einfacher gemacht, die tatsächlichen Kosten eines Darlehens zu erkennen. So kann es sein, dass die verlockend günstigen Effektivzinsen nur rechnerisch, nicht aber in der Realität nachvollziehbar sind. Wer über die Finanzierung einer Immobilie nachdenkt, sollte sich deshalb zuvor unabhängig beraten lassen.
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