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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

26.08.2010
Zur Geldautomatengebühr

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. kann einer Vielzahl verärgerter Verbraucher nun eine frohe Botschaft mitteilen.
Nachdem jahrelang die Abhebung an einem fremden Geldautomaten für kostspielige Überraschungen auf dem Kontoauszug sorgten, verkündete der Zentrale Kreditausschuss am 25.08.2010 eine Änderung. Zum 15.01.2011 soll eine neue Gestaltungsweise für die Entgelte an Geldautomaten eingeführt werden. Die von der Politik ursprünglich geforderte preisliche Obergrenze für die Gebühren am Geldautomaten hat sich damit vorerst erledigt.

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) ist eine Einrichtung der Kreditinstitute in Deutschland.
Die Aufgabe dieser Institution besteht unter anderem darin, die Interessen der Kreditwirtschaft gegenüber staatlichen Institutionen zu vertreten. Mit dieser Änderung der Kostenstruktur hat der ZKA seine Aufgabe bravourös gemeistert, die Bankenwirtschaft konnte hierdurch einem staatlichen Eingriff entgehen.

Durch die Änderung zum 15. Januar 2011 erlangt der Automatenkunde im Wesentlichen Transparenz und teilweise geringere Preise.
Dem Kunden soll bereits vor dem Geldabheben am Automaten der vollständige Preis für die Transaktion angezeigt werden; der Kunde kann dann entscheiden, ob er den Vorgang abbricht und einen preiswerteren Automaten aufsucht, oder sich Geld auszahlen lässt.
Auf geringere Preise können sich nach aktuellen Informationen nur die Kunden der privaten Banken freuen. Die Vertreter der privaten Banken haben festgelegt, dass keiner ihrer Kunden am Automaten mehr als EUR 1,95 zahlen muss.
Die Volksbanken und Sparkassen haben sich dieser Änderung nicht angeschlossen. Sie argumentieren jedoch damit, dass sie über das bundesweit größte Netz an Automaten verfügen und ihre Kunden innerhalb des Verbundes grundsätzlich kostenlos am Automaten abheben können.

Für die Zeit bis zum Wirksamwerden dieser Änderung müssen die Verbraucher noch genau hinschauen und sich über die Mitgliedschaft ihrer Bank in einem der vier Verbünde von Geldautomatenanbietern informieren.
In dem Sparkassen-Verbund mit seinen bundesweit ca. 25.700 Geldautomaten sind alle Sparkassen organisiert, im BankCard ServiceNetz mit ca. 18. 600 Automaten finden sich 98% aller Volks- und Raiffeisenbanken wieder.
Bei den Privatbanken gibt es die cashgroup (u.a. Deutsche Bank, Commerzbank) und nicht zu verwechseln cashpool (z.B. SEB, Citibank, netbank)

Dem Kunden bleibt bislang nichts anderes übrig, als die aufgestellten Automaten nach Preisauszeichnungen abzusuchen und sich zu informieren, welchem Automatenverbund die eigene Bank angehört.




Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.,Andreas-Gayk-Straße 15, 24103 Kiel
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.106/link780111A.html