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Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

09.07.2010
Wieder ein Gammelfleischproblem in Deutschland?

Ein nahezu unbekannter Keim mit dem Namen Clostridium estertheticum sorgt für Schlagzeilen. Offenbar ist folienverpacktes Fleisch tonnenweise von diesem Keim befallen, der nur unter Ausschluss von Sauerstoff überlebt, dies aber noch bei Kühlschranktemperaturen. Bei Befall blähen sich die Verpackungen auf und beim Öffnen macht sich ein starker unangenehmer Geruch bemerkbar, der als schweflig und faulig beschrieben wird. Das Fleisch gilt als verdorben und zum Verzehr nicht geeignet. Eine Gesundheitsgefahr ist nach Meinung des Bundesinstituts für Risikobewertung unwahrscheinlich, bisher liegen demnach keine Erkenntnisse im Zusammenhang mit Erkrankungsfällen vor. Selbst Fachleuten war dieser Keim bis vor einigen Tagen nicht bekannt, deshalb wurde im Rahmen der Überwachung auch nicht systematisch nach ihm gesucht.

Der eigentliche Skandal besteht nach Meinung der Verbraucherzentrale darin, dass durch diesen Keim verdorbenes Fleisch offenbar aus den aufgeblähten Verpackungen geholt wurde und neu verpackt in den Handel gelangt ist. Verbrauchern ist dadurch die Möglichkeit genommen, den Befall an der aufgeblähten Verpackung zu erkennen und eine entsprechende Kaufentscheidung zu treffen. In welchem Ausmaß umverpackt wurde bleibt bislang im Dunkeln.

Hier ist schnellstens Aufklärung nötig, indem Ross und Reiter genannt werden. Auch wenn keine Gesundheitsgefahr bestehen sollte, so ist es doch ein wirtschaftlicher Schaden – und dies nicht nur auf Verbraucherseite. Unternehmen, die seriös und mit qualitativ hochwertigem Fleisch auf dem Markt sind, werden die durch Verunsicherung der Verbraucher ausgelöste Kaufzurückhaltung genauso spüren.
Den Unternehmen, die illegal verdorbenes Fleisch wieder in den Verkehr bringen, muss das Handwerk gelegt werden.

Die Einschätzung des BfR und nützliche Hintergrundinformationen finden sich unter folgenden Link öffnet in neuem Fensterdiesem Link.


Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.,Andreas-Gayk-Straße 15, 24103 Kiel
Sie finden es im Internet unter: http://194.245.141.106/link759041A.html