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Zahnauktion

Unter dem Begriff "Zahnauktion" sind in den vergangenen Jahren mehrere Internetdienstleister an die Öffentlichkeit gegangen. Dadurch ist es möglich, den Kostenvoranschlag des Zahnarztes – den so genannten Heil- und Kostenplan – mit den Preisen anderer Zahnärzte zu vergleichen. Früher war dazu eine Untersuchung bei einem anderen Zahnarzt notwendig, um einen Vergleichswert – "Zweite-Meinung" – zu erhalten. Nur: Dem Patienten garantiert das immer noch nicht, ein günstiges Angebot zu erhalten. Und mehr als zwei oder drei Meinungen einzuholen, erscheint fast unmöglich. Dieses Problem nutzen die Dienstleister, indem sie eine Internetplattform als Kontaktbörse für interessierte Zahnärzte und Kunden bieten.

Folgende Schritte sind in der Regel notwendig, um eine Zahnauktion zu nutzen:
  1. Patienten erhalten von ihrem Zahnarzt einen so genannten Heil- und Kostenplan, in dem aufgeführt ist, welche Zähne betroffen sind und welche Leistungen zur Korrektur notwendig sind. Ferner enthält er Angaben über die fälligen Kosten, den Zuschuss der Kasse und den Eigenanteil, den Versicherte bei der gewählten Versorgung zu tragen haben.
  2. Der Patient kann nach vorheriger Anmeldung über ein Formular seinen Heil- und Kostenplan auf der Internetseite des Anbieters unter einem Pseudonym als Auktion einstellen.
  3. Angemeldete Zahnärzte können den eingestellten Heil- und Kostenplan einsehen und dafür ein kostengünstigeres Angebot abgeben bzw. Angebote der anderen Zahnärzte unterbieten.
  4. Am Ende eines vorher festgelegten Zeitraumes werden dem Patienten in der Regel von dem Dienstleister die fünf günstigsten Angebote mitgeteilt, aus denen er einen Zahnarzt auswählen kann. Im Anschluss daran erhält er die Kontaktdaten zur Vereinbarung eines Termins.
  5. Nachdem der Kontakt über die Internetseite hergestellt worden ist, kann der Patient den ausgewählten Zahnarzt aufsuchen. Dieser muss vor der Behandlung eine zahnärztliche Untersuchung durchführen und einen eigenen Kostenvoranschlag erstellen.

Tipps
  • Abhängig vom Anbieter fallen zum Teil Kosten für die Einstellung eines Angebotes ins Internet an, die zwischen 2,50 und 7,50 Euro liegen können. Viele Krankenkassen haben aber bereits Kooperationen mit den Anbietern abgeschlossen und übernehmen die entsprechenden Kosten. Daher sollte man sich in jedem Fall bereits im Vorfeld bei seiner Krankenkasse erkundigen.
  • Patientinnen und Patienten sollten nicht nur den Heil- und Kostenplan möglichst exakt eingeben, sondern auch weitere Hinweise, etwa welches Material gewünscht ist oder welches Herkunftsland dieses haben sollte. Je mehr Informationen der auf die Auktion bietende Zahnarzt hat, umso besser können im Vorfeld Leistungen und Preise eingeschätzt werden.
  • Um Fahrtkosten und Zeit zu sparen, sollte in jedem Fall die Entfernung zwischen dem eigenen Wohnort und der Zahnarztpraxis beachtet werden. Bei einigen Anbietern kann die maximale Entfernung, die zurückgelegt werden möchte, direkt auf der Internetseite angegeben werden.
  • Für Patientinnen und Patienten, die nicht mit dem Internet vertraut sind, bieten einzelne Anbieter auch die Möglichkeit den eigenen Heil- und Kostenplan per Post oder Fax einzusenden. Der Anbieter stellt diesen dann für den Patienten in die Auktion ein.

Vorteile
Der Patient erhält die Möglichkeit, für seinen anstehenden Zahnersatz Preisvergleiche anzustellen und dadurch ein preisgünstigeres Angebot zu erhalten. Da sich die Kosten für Zahnersatz häufig im vierstelligen Bereich bewegen, können hier zum Teil hunderte, manchmal auch bis zu mehreren Tausend Euro eingespart werden, was in einigen Fällen die entstehenden Nachteile, etwa einen längeren Anfahrtsweg, aufwiegt.

Auch wenn ein Zahnarztwechsel nicht in Frage kommt, können die erzielten Informationen in die weiteren Gespräche mit dem Zahnarzt eingebracht werden – man sollte diesen in jedem Fall ansprechen und gezielt nach der Entstehung der Kosten fragen. Gerade bei den Kosten des genutzten Zahnlabors gibt es auch innerhalb Deutschlands große Unterschiede. Aus diesem Grund sollte man sich nicht scheuen, seinen Zahnarzt auch zu fragen, ob eine Zusammenarbeit mit einem günstigeren Labor möglich ist.

Nachteile
Bei einer Zahnersatzauktion werden immer nur die Preise verglichen. Zwar haben die Nutzer – Patientinnen und Patienten – der Auktionen im Nachhinein die Möglichkeit zu bewerten, wie zufrieden sie mit der Behandlung des Zahnarztes waren, dies bleibt aber immer nur eine subjektive Einschätzung der Person. Im Klartext bedeutet dies: Bei einer Auktion hat man nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit, sich über die Behandlungs- und Beratungsqualität des betreffenden Zahnarztes zu informieren. Dies sollte gerade dann bedacht werden, wenn man ein sehr gutes Verhältnis zu seinem derzeitigen Arzt hat und zudem mit der Qualität der Behandlung zufrieden ist. Ein weiterer Nachteil kann entstehen, wenn weite Strecken in Kauf genommen werden müssen, um zu dem neuen Zahnarzt zu gelangen. Die dadurch verursachten Kosten und der zeitliche Aufwand können die finanziellen Vorteile wieder zunichte machen, da immer mehrere Behandlungstermine notwendig sind.

Weiter:


Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V., Andreas-Gayk-Straße 15, 24103 Kiel
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sh.de/link750801A.html