Unzählige Mahnschreiben hat in der vergangenen Woche die Firma Proinkasso GmbH aus Neu-Isenburg versandt. Das Inkassobüro gibt vor, für einen "Gewinnspieleintragungsdienst" eine offene Forderung einzuziehen. Zu zahlen seien 138,61 Euro, die innerhalb der nächsten sieben Tage auf ein angegebenes Konto zu überweisen sind. Für den Fall der Nichtzahlung werden eine Reihe von Maßnahmen wie beispielsweise Mahnbescheid, Zwangsvollstreckung, Pfändung der Bezüge, Bankguthaben und Eintragung in entsprechende Schuldnerverzeichnisse angedroht.
Viele Ratsuchende meldeten sich bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Sie sind verärgert, da sie weder die Rechnung noch deren Anspruchsgrundlage kennen, aber auch verunsichert angesichts der Drohungen. Inkassoforderungen lösen bei vielen Menschen Ängste aus. Inkassobüro klingt nach Ärger und nach hohen Kosten und viele fühlen sich daher genötigt zu zahlen.
"Leisten Sie keinerlei Zahlung, wenn keine Anspruchsgrundlage besteht und kein Nachweis der Forderung seitens des Inkassobüros erbracht werden kann", so Dr. Wita von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. "Auch sollten die Verbraucher auf keinen Fall aus Unkenntnis oder Angst die im Inkassoschreiben vorgeschlagene Ratenzahlungsvereinbarung unterzeichnen, um die Forderung abzustottern", so Dr. Wita weiter. Mit einer solchen Vereinbarung wird die Forderung anerkannt, man verliert die Möglichkeit sie zu bestreiten. Selbst eine eigentlich unbegründete Forderung müsste dann bezahlt werden.
Verbraucher, die sich gegen diese Art der Abzocke wehren wollen, können auf ein Musterschreiben (siehe unten) der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zurückgreifen, das in den örtlichen Beratungsstellen und im Internet erhältlich ist.
Stand: 14.01.2010

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