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Massendroge Konsum

Warum ist am Ende des Geldes oft noch so viel Monat übrig? Diese Frage beschäftigt immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene. Laut einer repräsentativen Studie der Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) aus dem Jahr 2006 sind sechs Prozent der Minderjährigen zwischen 10 und 17 Jahren derart verschuldet, dass sie das – meist von Eltern, Geschwistern, Verwandten oder Freunden – geliehene Geld nicht mehr selbst zurückzahlen können. Und was kaufen sich die Kids von dem geliehenen Geld?

Fast Food! McDonalds, Burger King und Co bergen in dieser Altersgruppe ein ¬größeres Schuldenrisiko als das Handy (Prepaid-Karten sei Dank). Zudem übersteigen die Ausgaben für ¬Klamotten und Unterhaltungselektronik oft das vorhandene Budget. Bei den 18- bis 24-jährigen sind 12 Prozent verschuldet, hauptsächlich wegen ihrer hohen Handy-Rechnungen.

Aber warum können so viele nicht mit Geld umgehen und geben mehr aus als sie haben? Ist Konsum die neue Massendroge? Ist „Dabei sein“ das Wichtigste? Oder fällt es einfach schwer, den Überblick zu behalten über all die Ausgaben und das, was man an Taschengeld und Selbstverdientem jeden Monat tatsächlich zur Verfügung hat?

Zu wissen, wie viel Geld monatlich für was zur Verfügung steht, ist die Grundlage jedes wirtschaftlichen Handelns und Voraussetzung für zukunftsorientierte Entscheidungen – zum Beispiel, wenn man nach der Schule eine Ausbildung oder ein Studium anfängt und sich selbst versichern muss oder mit dem Ausbildungslohn die erste eigene Wohnung oder ein WG-Zimmer einrichten will. Zu wissen wie man das anpackt und wo es die richtigen Infos gibt, ist schon die halbe Miete.

Deshalb fordern die Verbraucherzentralen, dass das kleine Einmaleins der Finanzangelegenheiten bereits in der Schule gelernt wird – nicht abstrakt und theoretisch, sondern verständlich und praxisnah. In allen Schulformen werden bisher zu wenig Finanzkenntnisse und zu wenig Verbraucherbildung vermittelt.

Letzteres wird in unserer Fachberatung sehr deutlich. Hier hören wir immer wieder den Satz: „Aber ich kann das doch innerhalb von zwei Wochen wieder zurückbringen.“ Dass das so nicht stimmt, merken viele erst, wenn es im Laden Probleme gibt.
Wann ist ein Vertrag eigentlich gültig und von welchen Verträgen kann ich zurücktreten? Diese Fragen beschäftigen viele Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend bei Problemen im Internet. Dann nämlich, wenn sie glauben, sich für einen kostenlosen SMS-Dienst angemeldet zu haben und plötzlich eine Rechnung über 94 Euro bekommen. Und eigentlich sind sie noch gar nicht volljährig, haben aber beim Geburtsjahr ein bisschen geschummelt, ist doch sowieso egal … Wirklich? …

Auf diesen Seiten wollen wir mit Irrtümern aufräumen, auf die Tricks der Anbieter aufmerksam machen, die Sinne für miese Maschen schärfen und wertvolle Tipps zu den Themen Internet, Geld und Versicherungen geben, damit der Konsum nicht zur Schuldenfalle wird. Vor allem aber wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

Dieses Dokument ist aus dem Internet-Auftritt der
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V., Andreas-Gayk-Straße 15, 24103 Kiel
Sie finden es im Internet unter: http://www.verbraucherzentrale-sh.de/link341872A.html